Das Verbundprojekt adressiert fundamentale Wissenslücken in der Pathophysiologie und Diagnostik intrakranieller Aneurysmen. Die folgende Projektbeschreibung detailliert die klinische Ausgangslage sowie den Einsatz innovativer in-vivo-Methoden zur Entwicklung einer personalisierten Therapieplanung.

Das Projekt "Personalisierte intrakranielle Risikobestimmung von Aneurysmenpatienten zu Therapie-Evaluation" besteht aus einem interdisziplinären Team, das mittels modernster medizinischer Bildgebung, Analyse- und computergestützter Methoden individuelle Prognosen für Patienten mit Hirnaneurysmen erstellt.

Hirnaneurysmen sind eine neurovaskuläre Erkrankung, deren Behandlung maßgeblich von der Expertise der Ärzte und der spezifischen Beschaffenheit des Aneurysmas abhängt. Eine Ruptur führt häufig zu Blutungen mit einer hohen Mortalitäts- und Morbiditätsrate. Da bisherige Diagnoseverfahren vereinfachte Modelle verwenden, erweisen sie sich oft als unzureichend; das Risiko des Wachstums oder der Ruptur eines Aneurysmas sowie die damit verbundene Mortalität und die Spätfolgen sind derzeit schwer einschätzbar. Um Patienten effektiver zu helfen, ist das primäre Ziel des Projekts die Entwicklung einer Prototyp-Software als Entscheidungshilfe für Ärzte, welche die optimale Behandlungsstrategie für jeden Patienten individuell ermittelt.

Das Projekt ist in drei Teilprojekte eingeteilt, wobei jedes TP auf die enge Zusammenarbeit verschiedener Teammitglieder innerhalb des Verbunds ausgelegt ist:

Teilprojekt 1:

Fokussiert auf die bildbasierte Risikostratifizierung, Gewebeextraktion und Behandlungsmethoden für intrakranielle Aneurysmen. Dies umfasst neue Bildgebungsmethoden, retrospektive und prospektive Analysen von Behandlungen sowie die Validierung neuer Auswerteplattformen. Hierbei sollen In-vitro-Biomarker zur frühzeitigen Diagnose analysiert und Bildgebungsbefunde mit den Gewebeuntersuchungen abgeglichen werden.

Teilprojekt 2:

In diesem Teilprojekt steht die Entwicklung effizienterer Magnetresonanztomografie-Methoden (MRT) zur Flussbildgebung im Vordergrund, ebenso wie die Verbesserung der Datengenauigkeit mittels Methoden der Strömungsmechanik. Zudem dienen patientenindividuelle Replikate von Hirnaneurysmen zur Methodenvalidierung und hämodynamischen Analyse bei Patienten, die keine MRT-Untersuchung erhalten können.

Teilprojekt 3:

Konzentriert sich auf die Auswertung der MRT-Daten basierend auf künstlicher Intelligenz zur Erhebung hämodynamischer und arteriengeometrischer Metriken. Diese Daten, kombiniert mit klinischen Patientendaten, dienen der Entwicklung eines Prognosemodells zur Vorhersage des Wachstums oder der Ruptur bei zukünftigen Aneurysma-Patienten.