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Greifswalder Physiker forscht mit DAAD - Förderung in den USA

Prof. Dr. L. Schweikhard und Dr. M. Eibach

Dr. Martin Eibach wird während seines einjährigen, von der DAAD geförderten Aufenthaltes am am National Superconducting Cyclotron Laboratory (NSCL) an der Michigan State University die Details der Kernstrukturen und der Reaktionen zur Elemententstehung genauer untersuchen. Dazu muss er zu den exotischsten Kernen gehen. Sie können nur in kleinsten Mengen erzeugt werden und zerfallen wieder nach kurzer Zeit, oft nur in Bruchteilen von Sekunden. Dr. Eibach hat sich zum Ziel gesetzt, diese exotischen Kerne sehr genau zu wiegen, mit einer Unsicherheit von unter 0.0001%. Das entspricht gerade einmal einer Getränkedose mehr oder weniger in der Ladung eines großen Passagierflugzeugs. Um einen Atomkern zu wiegen, ionisiert man ein entsprechendes Atom und fängt es in einer sogenannten Penningfalle ein. Dort wird das Ion durch ein sehr starkes Magnetfeld auf kreisförmige Bahnen gezwungen. Man kann nun sehr genau messen, wie viele Umläufe das Ion pro Sekunde zurücklegt und daraus seine Masse bestimmen. Wenn nur einige wenige dieser Kerne pro Tag erzeugt werden, muss die Messmethode sehr effizient sein. Während bei heute eingesetzten Techniken noch einige hundert Ionen für eine Messung benötigt werden, will Dr. Eibach am NSCL eine neue Methode weiterentwickeln und einsetzten, die mit einem einzigen Ion auskommt. Dabei wird dessen "Bildladung" auf den Elektroden der Falle gemessen, um die Ionenbewegung zu rekonstruieren. Die Methode soll an der Facility for Rare Isotope Beams (FRIB) zum Einsatz kommen, die sich zurzeit noch im Bau befindet. Die Entwicklungen in Michigan werden auch für die Untersuchungen bei SHIPTRAP an der GSI/Darmstadt und bei ISOLTRAP am CERN von Interesse sein, an denen Dr. Eibachs Mentor, Prof. Schweikhard beteiligt ist. mehr...


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