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Greifswalder „Osthoff-Plasmaphysik-Preis“ wurde überreicht

Preiträger B. Geiger mit R. Wolf, beide IPP
B. Geiger, IPP
H. Fehske, IfP
Preisverleihung

IPP-Wissenschaftler Dr. Benedikt Geiger, 1982 in Rosenheim geboren, ist international bekannt geworden für seine Untersuchungen zum magnetischen Einschluss schneller Plasmateilchen: Ziel der Fusionsforschung ist es, ähnlich wie die Sonne, Energie aus der Verschmel­zung von Atomkernen zu gewinnen. Zum Zünden des Fusionsfeuers in einem späteren Kraftwerk muss es gelingen, den Brennstoff – ein dünnes Wasserstoffplasma – in Magnetfeldern einzuschließen und auf hohe Temperaturen aufzuheizen.

Nach der Zündung sorgen die bei der Fusion entstehenden schnellen Heliumkerne mit ihrer hohen Bewegungsenergie dafür, dass das Plasma auf Temperatur bleibt. Dabei ist es entscheidend, dass die Helium-Teilchen im magneti­schen Käfig lange genug eingeschlossen bleiben, um ihre Energie an das Plasma abgeben zu können. Benedikt Geiger hat dazu an der Garchinger Fusionsanlage ASDEX Upgrade eine optische Messapparatur entwickelt, die neue Einsichten in die Bewegung und den Einschluss dieser schnellen Teilchen erlaubt.

2015 wurde er in einem von der Helmholtz-Gemeinschaft ausgelobten Wettbewerb als Leiter einer IPP-Nachwuchsgruppe zum Thema „Teilchentransport“ ausgewählt. Die Forschungsarbeiten werden sowohl am Tokamak ASDEX Upgrade in Garching als auch am Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald laufen. In vergleichenden Experimenten will man untersuchen, wie die unter­schiedliche Struktur des magnetischen Käfigs den Einschluss von Plasma- und Verun­reini­gungs­teilchen beeinflusst.

Der „Hans-Werner-Osthoff-Plasmaphysik-Preis“ wurde 1994 von Professor Dr. Hans Werner Osthoff in Erinnerung an seine Greifswalder Studienjahre anlässlich der Gründung des Greifs­walder IPP-Standorts gestiftet. Über die Vergabe entscheidet nach Vorschlägen von Fachkolle­gen ein Stiftungsbeirat mit Vertretern der Familie des Stifters, des Instituts für Physik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald sowie des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik


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